Gewaltverbot in der Erziehung

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2019-2020

Gewaltverbot in der Erziehung

Mehrere Studien belegen, dass 25 % aller Kinder und Jugendlichen von einem „gewaltbelasteten Erziehungsstil“ betroffen sind – d.h. sie werden Opfer von verschiedenen Formen von Gewalt. Demnach kann davon ausgegangen werden, dass es in Kärnten zurzeit 22.803 Kinder und Jugendliche betrifft. Eine erschreckende Zahl angesichts des 30. Jubiläums des gesetzlichen Gewaltverbotes in der Erziehung in Österreich.
Das primäre Ziel der Öffentlichkeitskampagne der Fachstelle für Qualitätsentwicklung im Kärntner Kinderschutz und der KiJA Kärnten, die bis Herbst 2020 kärntenweit umgesetzt wird, ist die Steigerung des Bekanntheitsgrades des gesetzlichen Gewaltverbotes in der Erziehung. Dabei wird bewusst auf den „moralischen Zeigefinger“ verzichtet und aus Sicht der Betroffenen der Schwerpunkt auf Informations- und Beratungsstellen gelegt.
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Kernbotschaften


Gewalt gegen Kinder geht uns alle an!


Gewalt gegen Kinder findet tagtäglich in unserem eigenen, direkten Lebensumfeld statt!


Wir alle müssen gegen Gewalt an Kindern handeln und für den Schutz von Kindern und die Stärkung von Familien eintreten!

Kärnten ist nach Vorarlberg das zweite Bundesland Österreichs, dass seine Bürger*innen in dieser Form sensibilisieren möchte – die Umsetzung orientiert sich dabei an der bestehenden Kampagne der Vorarlberger Landesregierung „Kinderschutz Vorarlberg“. An dieser Stelle möchte wir uns bei der Vorarlberger Landesregierung für die gute Zusammenarbeit bedanken!
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Für die Umsetzung konnten wertvolle Mitstreiter*innen und Unterstützer*innen gewonnen werden:

  • Kärntens Gemeinden
  • Kärntens Gesundheitssektor (Arztpraxen, Krankenanstalten, Ambulatorien)
  • Kärntens Elementarpädagogische Einrichtungen (Kindergärten, Kindertagesstätten, altersübergreifende Horte etc.)
  • Kärntens Schulen (Primar- und Sekundarstufe)
  • Kärntens größte Sportvereine KAC, VSV und WAC
  • Katholische Kirche, evangelische Kirche und islamische Glaubensgemeinschaft
  • Kärntens Musikschulen
  • Kärntens große Einkaufszentren (Südpark Klagenfurt, City Arkaden Klagenfurt, Atrio Villach, Tenorio Wolfsberg, Stadtparkcenter Spittal)


Medienpartner: ORF Landesstudio Kärnten und die Kleine Zeitung


3 Botschaften – 3 Phasen

Phase 1: Statistik

In der ersten Phase der Kampagne werden statistische Daten präsentiert. Diese werden in Bezug auf eine Region oder ein Thema dargestellt, um die Öffentlichkeit emotional anzusprechen.

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Aussagen:


In Kärnten leben 91.210 Kinder und Jugendliche.
Obwohl es verboten ist, erleben 22.803 von ihnen zu Hause Gewalt.*


91.210 Kinder erkunden ihre Welt spielerisch.
Obwohl es verboten ist, erleben 22.803 von ihnen zu Hause Gewalt.*


4.637 Kinder werden jährlich in Kärnten geboren.
Obwohl es verboten ist, erleben 1.159 von ihnen im Laufe ihrer Kindheit zu Hause Gewalt.*


41.109 Kinder und Jugendliche besuchen den Weihnachtsgottesdienst.
Obwohl es verboten ist, erleben 10.277 von ihnen zu Hause Gewalt.*


1.243 Kinder und Jugendliche engagieren sich bei der Feuerwehrjugend. O
bwohl es verboten ist, erleben 311 von ihnen zu Hause Gewalt.*


In der Eishalle feuern 413 Kinder und Jugendliche ihren KAC an.
Wussten Sie, dass 103 davon zuhause Opfer von Gewalt werden?


*Bis zu 25 % aller Kinder und Jugendlichen in Kärnten erfahren Gewalt in der Erziehung.


Phase 2: Aussagen aus Kindermund

Anschließend wird die Perspektive von betroffenen Kindern und Jugendlichen in den Fokus gerückt. Dabei handelt es sich nicht um Vorwürfe an gewalttätige Erwachsene sondern um Erkenntnisse.
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Aussagen:


Ich weiß, du hast kaum noch Zeit für dich, Mama. Aber was kann ich dafür?*


Mama tut es leid, sagt sie. Trotzdem bleibt da etwas im Herz drin, das kann man irgendwie nicht wegmachen.*


Hoffentlich hat Mama heute nicht so viele Probleme in der Arbeit gehabt.*


Ich bin klein und habe nicht so viel Kraft, mich zu wehren. Außerdem weiß ich nicht wie.*


Das Schlagen tut gar nicht so weh. Aber warum will Papa mir wehtun? Ich verstehe das nicht.*


Wenn Papa nach der Arbeit laufen war, dann spielt er oft noch mit mir. Wenn nicht, dann tut er mir weh.*


*Bis zu 25 % aller Kinder und Jugendlichen in Kärnten erfahren Gewalt in der Erziehung.

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Phase 3: Aussagen betroffener Eltern

Reflexionen betroffener Eltern schließen die Kampagne ab. Kontaktdaten von Informations- und Beratungsstellen sowie „Tipps für eine gewaltfreie Erziehung“ sollen konkrete Handlungsoptionen aufzeigen.
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Aussagen:


Manchmal ist es besser, nicht gleich ins Haus zu gehen. Erst den Kopf freikriegen, bevor der Trubel wieder losgeht.*


Ich mache die Augen zu, zähle leise bis fünf …und dann gehe ich hinaus. Ich will meine Tochter nie mehr schlagen.*


Wenn ich nach der Arbeit laufen gehe, bin ich ein anderer Mensch. Ich habe meine Kinder seither nie mehr geschlagen.*


Immer wenn ich den Kleinen geschlagen hatte, fühlte ich mich elend. Hätte ich nur schon früher gewusst, dass es Hilfe gibt.*


Wir haben ein Zeichen vereinbart. Dann lassen sie mich besser in Ruhe. Hauptsache, ich tue keinem mehr weh.*


*Bis zu 25 % aller Kinder und Jugendlichen in Kärnten erfahren Gewalt in der Erziehung.

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Stärkendes und ermutigendes Sujet für Kinder und Jugendliche

Ergänzend wurde ein Motiv speziell für Kinder und Jugendliche entwickelt, das sie durch Wissen um das Gewaltverbot stärken und durch Information über Beratungsstellen ermutigen soll.
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Aussagen:


Schlagen / schütteln / würgen / treten / Haare reißen / drohen / beleidigen / runtermachen / erpressen / einsperren / demütigen / intim berühren / quälen / ängstigen / sexuell belästigen / abhängig machen / nötigen / zwingen / vernachlässigen / beschimpfen / …

Ist nicht okay! Hol dir Hilfe.



Der erste Schritt ist die größte Überwindung. Aber wenn du diesen Schritt machst, werden wir alles tun, um dir so zu helfen, dass es dir besser geht. Hol dir Hilfe!


Kinderschutz geht uns alle an und ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Helfen Sie uns somit, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, die Kampagne so breit wie möglich umzusetzen und bilden Sie mit uns und allen involvierten Partnern ein Bündnis für ein gewaltfreies, liebevolles Aufwachsen unserer Kinder in Kärnten!


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Links:

Kampagnenwebsite: kinderschutz.ktn.gv.at

Fachstelle für Qualitätsentwicklung im Kärntner Kinderschutz: www.ktn.gv.at/kinderschutz

Plattform gegen die Gewalt (Bundeskanzleram): www.gewaltinfo.at