Opferschutzstelle des Landes Kärnten

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2019

Opferschutzstelle des Landes Kärnten

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft wurde mit Beschluss der Kärntner Landesregierung vom 11.7.2017 mit den Aufgaben der Opferschutzstelle des Landes Kärnten betraut.
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Hauptaufgaben der Opferschutzstelle

  • Unterstützung von Personen, die Heim- oder Krankenakten aus ihrer Kindheit suchen, um Unterbringungen auf der ehemaligen heilpädagogischen Abteilung des LKH Klagenfurt oder im ehemaligen Landesjugendheim Görtschach bzw. ihre Unterbringung bei einer Pflegefamilie durch die Jugendwohlfahrt belegen und beweisen zu können.
  • Betroffene können in der KiJA (begleitet durch eine Mitarbeiterin) Akteneinsicht nehmen.
  • Unterstützung bei Anträgen nach dem Heimopferrentengesetz
  • Unterstützung bei der Antragstellung für die Übernahme von Psychotherapiekosten aus dem Opferhilfefonds durch das Land Kärnten
  • Geschäftsstelle der Opferschutzkommission (Reaktivierung derzeit in Arbeit)

Melden Sie sich!

Sollten Sie in Ihrer Kindheit/Jugend Opfer von Gewalt in Einrichtungen des Landes Kärnten (Landesjugendheim Görtschach, Heilpädagogische Abteilung des LKH Klagenfurt, Pflegefamilien) geworden sein, melden Sie sich bitte in der KiJA. Wir nehmen Ihre Daten auf und werden Sie verständigen, sobald die Opferschutzkommission ihre Arbeit aufnehmen wird.


Tel: +43 50 536 - 57132

E-Mail: kija@ktn.gv.at


Opferschutzkommission des Landes Kärnten 2013-2015

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft wurde mit Beschluss der Kärntner Landesregierung vom 22.10.2013, GZ: 04-JJF-620/48-2013, beginnend mit 1.11.2013 mit den Aufgaben der unabhängigen Anlaufstelle für Missbrauchsopfer und der Geschäftsstelle der neu einzurichtenden Opferschutzkommission betraut. Mit gleichem Beschluss wurde eine Opferschutzkommission für Opfer von Gewalt und Missbrauch eingerichtet. Mit Beschluss der Kärntner Landesregierung vom 27.1.2015, GZ KiJA-199/107/2014, wurde die Möglichkeit der Antragstellung für Opfer von Gewalt und Missbrauch in Einrichtungen des Landes Kärnten mit 30.6.2015 letztlich finalisiert. Im Zeitraum vom 1.12.2013 bis 30.6.2015 wurden insgesamt 124 Fälle von der Opferschutzstelle bearbeitet. 36 offene Fälle wurden von der ehemaligen Opferschutzstelle der Abteilung 4 übernommen, 68 Betroffene haben sich neu gemeldet. In insgesamt 10 Sitzungen hat die Opferschutzkommission alle Fälle abschließend bearbeitet. In 19 Fällen war das Land Kärnten nicht zuständig, weil die Betroffenen in Einrichtungen untergebracht waren, die nicht den Zuständigkeitsbereich der Opferschutzkommission des Landes Kärnten betrafen.


In 7 Fällen haben sich Betroffene nach Erstkontakten nicht mehr gemeldet. In 93 Fällen wurde dem Land Kärnten empfohlen, den Betroffenen eine Entschädigung entsprechend den Richtlinien der „Klasnic-Kommission“ auszuzahlen, in 5 Fällen fand man keine ausreichenden Gründe für eine Entschädigungszahlung. Insgesamt wurden für die positiv erledigten Fälle Empfehlungen für € 948.800,- vorgeschlagen, die in der Folge an die Betroffenen ausgezahlt wurden. An Clearingkosten für psychologische Gutachten wurden € 31.059,12 an die Sachverständigen bezahlt.

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Die Betroffenen wollten endlich gehört und ernstgenommen werden und es war ihnen ein Bedürfnis, dass all das Schreckliche und Unfassbare, das ihnen in ihrer Kindheit und Jugend durch Personen zugefügt wurde, die sie eigentlich schützen, begleiten und fördern hätten sollen, klar als Unrecht benannt wurde.

Reaktivierung der Opferschutzkommission des Landes Kärnten 2020

Am 21.10.2019 hat die Kärntner Landesregierung die Reaktivierung der Unabhängigen Opferschutzkommission beschlossen. Anträge auf Entschädigung können bei der KiJA Kärnten unter kija@ktn.gv.at oder telefonisch unter +43 50 536 - 57132 eingebracht werden.


Konfessionelle Träger

Die kirchlichen Träger haben die Missbrauchsvorwürfe in ihren Einrichtungen separat bearbeitet.


Die katholische Kirche (Diözese Gurk) installierte eine „Ombudsstelle für Missbrauchs- und Gewaltopfer“ in Klagenfurt.


Die Diakonie de La Tour beauftragte mit dem „Opferschutzverein Weißer Ring“ einen externen Partner und begründeten dies nachvollziehbar: „Wir wollten nicht Täter und Richter zugleich sein“. Die eigens geschaffene Expertenkommission stellt eine zentrale Anlaufstelle für alle Menschen dar, die in evangelischen Einrichtungen in Kärnten Leid erfahren mussten.